Das Winterblaulicht-Paradoxon
- Kristen Langley
- 23. Januar
- 3 Minuten Lesezeit

Es ist Januar, und auf der Nordhalbkugel bedeutet das: Die Tage sind kurz, das Bürolicht grell und der letzte Kaffee wirkt nicht mehr so wie früher. Aber warum fühlen wir uns um diese Jahreszeit so unkonzentriert?
Als Optikexperten kennen wir uns mit Licht aus! Wir wissen um seine Wellenlängen, sein Brechungsvermögen und seinen tiefgreifenden Einfluss auf unseren zirkadianen Rhythmus. Wenn wir über Licht und unseren zirkadianen Rhythmus sprechen, konzentrieren wir uns meist auf das hochenergetische sichtbare (HEV) blaue Licht, das von digitalen Geräten ausgestrahlt wird. Wir diskutieren, ob wir es reduzieren sollten und welche Methoden dafür am besten geeignet sind. Wir wissen aber auch, dass HEV-blaues Licht, wenn wir zu spät abends damit in Kontakt kommen, die Melatoninproduktion hemmen kann – das Hormon, das unserem Körper signalisiert, dass es Zeit zum Schlafen ist.
Wissen Sie aber, was die größte und wichtigste Quelle für blaues Licht ist?
Die Sonne!
Das natürliche Sonnenlicht tagsüber hilft, den Serotonin- und Melatoninspiegel im Gleichgewicht zu halten. Die aufgehende Sonne signalisiert unserem Körper, die Melatoninproduktion zu hemmen, damit wir wach werden und produktiv in den Tag starten können. Mit Sonnenuntergang hingegen, durch den Mangel an natürlichem Licht, beginnt unser Körper wieder mit der Melatoninproduktion, um sich auf den Schlaf vorzubereiten.
Das Blaulicht-Paradoxon
Zu dieser Jahreszeit, wenn wir scheinbar im Dunkeln zur Arbeit kommen und sie wieder verlassen, sind wir deutlich weniger dem hochenergetischen blauen Licht der Sonne ausgesetzt. Diese Reduzierung führt dazu, dass unser Körper manchmal vergisst, die einzustellen , was bei manchen von uns folgende Folgen haben kann:
niedriger Energieverbrauch
verstärkte Müdigkeit
Konzentrationsschwierigkeiten
ein allgegenwärtiger Fall von „Meh“
Wenn diese Gefühle über die übliche Winterdepression hinaus anhalten, kann dies ein Anzeichen für eine saisonale affektive Störung (SAD) sein – eine Form der Depression, die durch die abnehmenden Tageslichtstunden ausgelöst wird. Ungefähr 5 % der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten leiden unter SAD, wobei Frauen viermal häufiger diagnostiziert werden als Männer<sup> 1</sup>. Das Verständnis dieses Zusammenhangs zwischen Licht und Gehirn ist entscheidend für den Erhalt unserer persönlichen und beruflichen Leistungsfähigkeit.
Strategien zur Stimmungsverbesserung in den dunklen Monaten
Auch wenn Sie die Auswirkungen der saisonalen Depression nicht spüren, kann eine maximale Tageslichtexposition Ihnen helfen, Ihre Leistungsfähigkeit über die Wintermonate hinweg aufrechtzuerhalten.
Planen Sie eine Pause im Sonnenlicht ein. Nutzen Sie die hellen Mittagsstunden im Freien, um sich dem natürlichen Blaulicht auszusetzen, das um ein Vielfaches wirksamer ist als jede künstliche Lichtquelle. Schon zehn Minuten im Freien während der hellsten Tageszeit (11 bis 14 Uhr) sind deutlich effektiver als ein Aufenthalt in geschlossenen Räumen. Legen Sie Ihren Phoropter oder Computer beiseite, nehmen Sie Ihren Pupillenmonitor weg und machen Sie einen Spaziergang um das Gebäude.
Achten Sie auf Ihre Brille. Wenn Sie normalerweise Kontaktlinsen tragen, die HEV-Blaulicht reduzieren (z. B. durch eine Blaulicht-reduzierende Antireflexbeschichtung, spezielles Linsenmaterial oder phototrope Gläser), sollten Sie diese während Ihres Mittagsspaziergangs lieber auf dem Schreibtisch lassen. UV-Schutz ist zwar immer wichtig, aber wir möchten das HEV-Blaulicht durchlassen, um Ihrem Gehirn Wachheit zu signalisieren (tragen Sie daher, falls vorhanden, klare UV-blockierende Kontaktlinsen – auch im Winter!).
Künstliches Licht ist besser als gar kein Licht
Wenn ein Aufenthalt im Freien nicht möglich ist oder nicht den gewünschten Effekt erzielt, können Sie Ihre Aufnahme von blaureichem weißen Licht maximieren, indem Sie morgens eine zertifizierte Lichttherapielampe verwenden. 20–30 Minuten Lichttherapie direkt nach dem Aufstehen signalisieren Ihrem Gehirn, aufzuwachen und Ihre Stimmung für den Tag zu verbessern.
Suche nach professioneller Unterstützung
Wenn Sie sich sehr niedergeschlagen und anhaltend nicht wie sonst fühlen, ist es vielleicht an der Zeit, mit einem Experten zu sprechen. Webseiten wie Psychologytoday.com und die Webseite Ihrer Krankenkasse eignen sich hervorragend, um Therapeuten in Ihrer Nähe zu finden.
Ein Licht auf die Selbstfürsorge
Letztendlich ist der Schutz Ihrer Konzentration in dieser Jahreszeit ein Akt der Selbstfürsorge. Sie verbringen Ihre Tage damit, Ihre Patienten und die gesamte Branche zu optimaler Sehgesundheit zu führen, und es ist an der Zeit, dieses Expertenwissen auf sich selbst anzuwenden. Indem Sie die starke Dualität des blauen Lichts erkennen – es nachts zu blockieren und tagsüber aktiv zu nutzen –, setzen Sie Ihre klinischen Erkenntnisse ein, um Ihr mentales Wohlbefinden zu optimieren. Seien Sie geduldig mit sich in diesen dunkleren Monaten, passen Sie Ihre Lichtgewohnheiten an und denken Sie daran, dass die Erhaltung Ihrer eigenen Gesundheit das wichtigste Rezept ist, das Sie befolgen können.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung oder Behandlung. Bei anhaltenden Symptomen oder in einer Krise wenden Sie sich bitte umgehend an einen Arzt oder Psychiater.
Verfasst von: Kristen Langley





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